Interview
Warum arbeitest du blind?
Weil Kontext unsere Wahrnehmung formt – oft bevor wir es merken.
Sobald wir wissen, worum es geht, beginnen wir automatisch zu bewerten, zu vergleichen und zu interpretieren. Das ist normal – aber es reduziert die Bandbreite möglicher Perspektiven.
Durch gezielten Informationsentzug entstehen Hypothesen, die außerhalb bestehender Denkpfade liegen.
Psispotting schafft einen Denkraum vor der Bewertung.
Wie kam es dazu?
Ich habe lange unter hohem Entscheidungsdruck gearbeitet.
Ich kenne das Gefühl, viele Informationen zu haben – und trotzdem keine Klarheit.
Irgendwann wurde mir bewusst:
Mehr Information bedeutet nicht automatisch bessere Entscheidungen.
Je komplexer eine Situation wird, desto stärker greifen implizite Muster und kognitive Verzerrungen.
Aus dieser Beobachtung entstand über Jahre ein strukturiertes Verfahren, um Vorannahmen bewusst zu reduzieren und neue Hypothesen zu generieren.
Was unterscheidet dich von anderen Angeboten?
Ich verspreche keine Sicherheit und keine garantierte Trefferquote.
Psispotting ist kein Ersatz für Analyse, Daten oder Expertise.
Es ist ein ergänzendes Instrument.
Ich liefere Impulse unter Informationsentzug – die Bewertung erfolgt immer im Zusammenspiel mit Fachwissen und Kontext.
Wie sehen die Ergebnisse konkret aus?
Die Ergebnisse bestehen aus strukturierten Wahrnehmungsdaten:
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Schlüsselbegriffe, Präsenzen
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kurze Beschreibungen
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Muster, Motive
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Spannungsfelder, Dynamiken
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gelegentlich einfache Skizzen
Es sind keine fertigen Lösungen.
Oft reicht ein einzelner Impuls, um Denkbewegung auszulösen.
Für wen ist das sinnvoll?
Für Menschen, die:
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unter Entscheidungsdruck stehen
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zwischen Optionen feststecken
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spüren, dass etwas übersehen wird
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Blickwinkel suchen, bevor sie handeln
Psispotting erweitert den Möglichkeitsraum, bevor entschieden wird.
Hier sind weitere Anwendungsmöglichkeiten und Geschichten.
Wann sollte man dich nicht buchen?
Wenn man eine schnelle, sichere Antwort erwartet.
Wenn man Beweise im wissenschaftlichen Sinn verlangt.
Oder wenn man das Thema welches man bearbeitet haben möchte einfach im Internet nachschauen kann.
Psispotting ist für Situationen, in denen klassische Wege nicht mehr weiterführen.
Weiteres unter Ethik.
Warum machst du das?
Weil ich weiß, wie es sich anfühlt, an einem Punkt zu stehen, an dem klassische Wege nicht weiterführen.
Ein klarer, unverstellter Blick von außen kann in solchen Momenten entscheidend sein.
Warum ist das so interessant?
Wir denken in Mustern.
Sobald Informationen vorliegen, beginnen wir automatisch zu filtern, zu bewerten und einzuordnen. Dieser Prozess ist effizient – aber er begrenzt den Möglichkeitsraum.
Alternativen, leise Spannungen oder ungewohnte Perspektiven bleiben oft unberücksichtigt.
Psispotting setzt vor der Bewertung an.
Durch bewussten Informationsentzug entstehen Hypothesen außerhalb bestehender Denkpfade. Nicht als Wahrheit. Nicht als Empfehlung. Sondern als zusätzlicher Perspektivraum.
Diese Hypothesen eröffnen neue Fragestellungen und machen implizite Annahmen sichtbar. Sie erweitern den Denkrahmen, bevor eine Entscheidung fällt.
Aus solchen Impulsen können Strategien, Experimente oder konkrete Schritte entstehen – nicht, weil sie Lösungen vorgeben, sondern weil sie Klarheit ermöglichen.
Manchmal reicht ein einzelner unvoreingenommener Hinweis, um eine festgefahrene Situation neu zu sehen.
Darin liegt die Stärke dieses Ansatzes.
Kann das nicht auch eine Künstliche Intelligenz leisten?
Künstliche Intelligenz ist ein leistungsfähiges Instrument.
Sie erkennt Muster, verarbeitet große Datenmengen und analysiert Strukturen mit hoher Geschwindigkeit.
Doch sie operiert auf Basis vorhandener Informationen und Wahrscheinlichkeiten.
Psispotting arbeitet unter bewusstem Informationsentzug.
Der Unterschied liegt nicht in Rechenleistung, sondern in Perspektive.
KI optimiert innerhalb bestehender Systeme.
Psispotting setzt außerhalb an.
Zudem entsteht im persönlichen Austausch etwas, das nicht berechnet wird:
Verantwortung, Irritation, Ambiguität, das bewusste Aushalten von Nicht-Wissen.
KI ist ein mächtiges Werkzeug.
Psispotting ist ein anwesender Denkraum.
Beides kann sinnvoll sein – aber nicht austauschbar.
